Strände Marokko: Surfen, Wind und ruhige Küstenabschnitte

Marokko hat zwei Küsten, die sich unterschiedlich zeigen. Der Mittelmeerabschnitt im Nordosten ist klein und warm. Der Atlantik zieht sich über mehr als zweitausend Kilometer von Tanger über Agadir bis in die Westsahara und ist ein einziger Strand mit drei verschiedenen Charakteren: Surfen im Zentrum, Wind an beiden Enden und lange, leere Sandstrände dazwischen.

4 Min. LesezeitFakten geprüft am 26. September 2026

Eine Collage im Scherenschnittstil der marokkanischen Atlantikküste mit drei Stimmungen: ein Surfer auf einer grünen Welle am Pointbreak, ein Windsurfer auf einer stillen Lagune und ein langer, leerer Strand mit Fischerbooten; goldene Signalbögen über dem Meer.

Kurz gesagt

Die Surfküste liegt rund um Taghazout und Agadir, wo die Pointbreaks von September bis April laufen und der Atlantik bis zu 21 Grad erreicht. Die Windorte sind Essaouira mit dem nachmittäglichen Passatwind und Dakhla im äußersten Süden, das als Zentrum für Kitesurfen und Windsurfen auf einer geschützten Lagune gilt. Für ruhiges Wasser ohne Brandung ist die Lagune von Oualidia die entspannte Antwort, und die Strände nördlich von Agadir, von Tamawanza bis Aghroud, sind diejenigen, die Marokkaner für einen Familienausflug wählen.

In diesem Ratgeber
  1. Die Surfküste: Taghazout und die Points bei Agadir
  2. Die Windorte: Essaouira und Dakhla
  3. Das ruhige Wasser: Oualidia und die windstillen Tage
  4. Der Süden: eine Küste ohne großen Wandel
  5. Praktisches für einen Strandtag in Marokko

Die Atlantikküste Marokkos ist ein durchgehender Strand von mehr als zweitausend Kilometern, vom Meereng von Tanger über Rabat, Casablanca, Essaouira und Agadir, weiter durch die Wüste bis nach Dakhla. Niemand betrachtet sie als einen einzigen Strand. Die Brandung findet sich in der Mitte, der Wind an beiden Enden, und auf den langen, leeren Abschnitten gibt es meist ein Dorf, eine Straße und sonst nichts.

Die andere Küste, im Nordosten am Mittelmeer, wirkt wie ein anderes Land: kleiner, ruhiger und viel weniger von Leuten besucht, die eigentlich wegen des Ozeans da sind.

Eine Collage im Scherenschnittstil: marokkanischer Strand am Abend, ein Surfbrett steht im Sand, Fischerboote liegen vor einer blau-weißen Mauer, dahinter eine Lagune, eine Möwe fliegt über das Wasser.
Die Strecke am Anchor Point bei guten Bedingungen
2 km
Atlantikwasser bei Taghazout in der Saison
21 °C
Regen pro Jahr in Dakhla
30.8 mm
Sonnenstunden pro Jahr in Dakhla
3.174 h
Quelle: Wikipedia, Taghazout und Dakhla, Westsahara (Stand: 26. September 2026 geprüft)

Die Surfküste: Taghazout und die Points bei Agadir

Taghazout ist ein Fischerdorf 19 Kilometer nördlich von Agadir und seit den 1960er Jahren das Zentrum des marokkanischen Surfens. Damals füllte sich der Strand südlich des Dorfs mit Zelten, notdürftigen Hütten und Wohnmobilen. Das Camp gibt es heute nicht mehr, Hotels haben es ersetzt, doch der Grund für die Besucher ist geblieben: eine Reihe langer, rechter Pointbreaks in einem Land, in dem das Wasser wärmer ist, als die Wellen erwarten lassen.

Anchor Point, drei Kilometer nördlich vom Dorf, ist der Spot, den jeder kennt. Bei den passenden Bedingungen beginnt die Welle dort, verbindet sich mit dem Hash Point und endet in der Strandbrandung am Panorama’s, was knapp zwei Kilometer am Stück bedeuten kann. Die Saison dauert von September bis April, das Wasser erreicht in diesen Monaten etwa 21 Grad, und Unterricht sowie Boardverleih gibt es direkt im Dorf.

Die gesamte Strecke bietet Optionen für jedes Level. Die Strände nördlich von Agadir ziehen sich an einer Straße entlang und deren Liste ist gleichzeitig ihre Anfahrtsskizze: Tamawanza bei 12 Kilometern Abstand zur Stadt, Imouran bei 17, Taghazout bei 19, Bouyirdn bei 21, Timzguida allal bei 22, Imiouadar bei 27 und Aghroud bei 30. Weiter nördlich sind Imsouane und der lange Strand an der Taghazout-Bucht neuere Entwicklungen.

Die Windorte: Essaouira und Dakhla

Zwei Stellen an dieser Küste sind für Wind statt Brandung bekannt und sie liegen an entgegengesetzten Enden. Essaouira hat den kräftigen Passatwind am Nachmittag, der an den meisten Tagen jedes Jahr auffrischt und die Stadt seit Jahrzehnten zum Ziel für Windsurfer und Kitesurfer macht. Die Altstadt, mit Festungsmauern und Fischerhafen, ist Grund genug, eine ganze Woche statt nur ein Wochenende zu bleiben.

Dakhla ist der andere Ort. Er liegt in der Westsahara, einem von Marokko seit 1979 verwalteten Gebiet, in dem es einen langwierigen Streit gibt, und liegt etwa so weit die Küste entlang, wie eine Straße reicht. Die Lagune ist flach und ruhig, der Wind beständig, und der Ort hat sich zum Zentrum für Kitesurfen und Windsurfen, neben dem Fischfang, entwickelt. Von hier gehen handgeerntete Austern nach Marrakesch und Casablanca und dann weiter nach Europa. Die Thermalquelle Asmaa, 36 Kilometer entfernt, sprudelt aus 700 Metern Tiefe mit 38 Grad.

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Taghazout und die Pointbreaks

Neunzehn Kilometer nördlich von Agadir liegt ein Dorf mit einer Reihe rechter Pointbreaks und Saison zwischen September und April. Anchor Point ist der bekannte Spot, drei Kilometer nördlich, und kann mit Hash Point eine Strecke von bis zu zwei Kilometern ergeben. Bretter können im Dorf ausgeliehen werden, Surflehrer sind leicht zu finden.

Essaouira oder Dakhla ganz im Süden

Essaouira hat den nachmittäglichen Passatwind und eine Altstadt, die den Ausflug lohnt. Dakhla ist eine lange Autofahrt oder ein kurzer Flug weiter südlich, mit geschützter Lagune, beständigem Wind und das ganze Jahr warmem Klima. Es ist zum Zentrum des Landes für Kite- und Windsurfen geworden.

Oualidia und die Strände nördlich von Agadir

Oualidia liegt mit dem Rücken zu einer geschützten Lagune zwischen El Jadida und Safi, und das Wasser ist der ruhigste Abschnitt der Küste. Nördlich von Agadir lautet die Antwort ein Strand mit Zahl: Tamawanza bei 12 Kilometern, Imouran bei 17, Taghazout bei 19, Imiouadar bei 27, Aghroud bei 30.

Das ruhige Wasser: Oualidia und die windstillen Tage

Für alle, die an einen Strandtag nicht an ein Brett denken, ist die Lagune die Antwort. Oualidia, zwischen El Jadida und Safi, liegt an einer geschützten natürlichen Lagune und gilt als Austernhauptstadt Marokkos, ein klarer Hinweis, wie ruhig das Wasser dort bleibt. Die Austern werden direkt in der Lagune gezüchtet und direkt daneben gegessen.

Jeder Surf-Ort bietet ein ruhiges Plätzchen für windstille Tage. Nördlich von Agadir sind die Buchten bei Bouyirdn und Imiouadar die bevorzugten, im Süden ist die Dakhla-Lagune bis weit hinaus nur hüfttief. Wer Meer sucht, aber keine Wellen möchte, wählt Mündung, Lagune oder die windgeschützte Seite der Bucht und prüft nach Möglichkeit die Gezeiten, bevor man seinen Tag plant.

Durchschnittliche Tageshöchsttemperatur: Agadir vs. Dakhla

Die Südküste bleibt fast das ganze Jahr stabil. Agadir schwankt etwa sechs Grad zwischen Januar und August; Dakhla etwa vier, und ist im Winter die wärmere der beiden.

Zahlen anzeigenZahlen ausblenden
AgadirDakhla
Jan21,2°C22,4°C
Feb22,0°C22,3°C
Mär23,4°C22,8°C
Apr23,2°C22,6°C
Mai24,2°C23,3°C
Jun25,6°C24,4°C
Jul26,7°C24,9°C
Aug27,0°C25,9°C
Sep26,1°C26,5°C
Okt26,1°C26,3°C
Nov24,1°C24,9°C
Dez22,1°C23,2°C
Quelle: Wikipedia, Agadir und Dakhla, WMO-Klimanormalwerte 1991 bis 2020 (Stand: 26. September 2026 geprüft)

Der Süden: eine Küste ohne großen Wandel

Dakhla verdient einen eigenen Absatz, denn die Zahlen dort erscheinen eigenartig für Kenner des Atlantiks. Es ist eine milde Wüste mit 30,8 Millimeter Regen im Jahr, verteilt auf rund fünf Tage, durchschnittlichen Tageshöchstwerten zwischen 22,4 und 26,5 Grad im gesamten Jahr, 77 Prozent Luftfeuchte und 3.174 Sonnenstunden. Der Kanarenstrom vor der Küste mäßigt die Temperatur, so ist derselbe Atlantik, der bei Agadir kalt wirkt, hier vergleichsweise mild, und er stellt zugleich die Fischgründe sicher.

Mehr als Strand: Die Halbinsel von Dakhla und die Bai von Cintra sind wichtige Überwinterungsgebiete für Watvögel, und Flamingos kommen regelmäßig vor. Das ruhige Lagunenwasser hat die Stadt zu einem Zentrum für Segelsport gemacht. Der Ort verfügt über einen Flughafen mit drei Kilometer langer Landebahn und täglichen Flügen, das Landesende ist also kein Abenteuer mehr.

Praktisches für einen Strandtag in Marokko

Zwei Dinge sollte man über diese Küste wissen, bevor man sich einen Platz sucht. Erstens: Das Meer ist kalt, wenn man es mit den Ländern vergleicht, aus denen viele Urlauber kommen, selbst bei 27 Grad Luft kann das Wasser nur 19 Grad erreichen, weil der Kanarenstrom die Küste das ganze Jahr über beeinflusst. Zweitens: Viele Strände sind unbewacht, und die Strömung, die einen Pointbreak attraktiv macht, baut seitlich eine starke Strömung auf.

Deswegen machen Sie es wie die Einheimischen: Schwimmen Sie dort, wo andere auch schwimmen, fragen Sie im Hotel nach dem Strand und nicht nur nach dem Wetter, und überlassen Sie Steine und Points den Leuten mit Brettern. So finden Sie eine Küste, an der Ihnen an einem Wochentag im September ein ganzer Strand gehören kann.

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Fragen von Reisenden

Wann ist die Surfsaison an Marokkos Atlantikküste?

Von September bis April, wobei die anspruchsvollsten Tage für geübte Surfer meist in der Mitte dieser Zeit liegen. Die Wellen bei Taghazout sind langgezogene Rechtswellen an den Points. Am Anchor Point, drei Kilometer nördlich des Dorfs, können sich bei den richtigen Bedingungen mehrere Wellenabschnitte verbinden, von Hash Point bis zum Strand am Panorama’s sind bis zu zwei Kilometer am Stück möglich. Das Wasser ist in diesen Monaten am wärmsten, meist bis etwa 21 Grad.

Wo in Marokko findet man Wind statt Wellen?

In Essaouira, wo der Passatwind an den meisten Nachmittagen auffrischt, und in Dakhla ganz im Süden, mit einer geschützten Lagune und einer Entwicklung zum Zentrum für Kite- und Windsurfen. Dakhla ist stabiler beim Wind und wärmer: Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur liegt das ganze Jahr zwischen 22,4 und 26,5 Grad bei 3.174 Sonnenstunden.

Gibt es an Marokkos Küste Stellen zum Schwimmen ohne Wellen?

In Lagunen und geschützten Buchten. Oualidia, zwischen El Jadida und Safi, liegt an einer natürlichen Lagune und gilt als Austernhauptstadt des Landes, was zeigt, wie ruhig das Wasser dort ist. Die Strände nördlich von Agadir, von Tamawanza bei 12 Kilometern bis Aghroud bei 30, sind breit und offen, und jeder Surfort hat eine geschützte Ecke für Tage mit zu viel Brandung.

Kann man im Winter im Atlantik schwimmen?

Ja, viele tun es auch, aber das Wasser ist kalt, nicht warm. Der Kanarenstrom zieht an dieser Küste entlang und sorgt auch im Sommer für kühles Meer, weshalb Agadir selbst bei 27 Grad Luft im August angenehm bleibt, derselbe Strom sorgt im Winter für kurze Schwimmausflüge. Für Surfer ist ein Neoprenanzug das ganze Jahr über üblich, dünner Neopren bei langen Schwimmeinheiten ebenso.

Wie weit kann man die Küste Richtung Süden fahren?

Bis nach Dakhla, das in der Westsahara liegt, ein von Marokko seit 1979 verwaltetes Gebiet, um das es einen lange andauernden Konflikt gibt. Es ist eine lange Autofahrt oder ein kurzer Flug, und es ist der trockenste Küstenabschnitt Marokkos: 30,8 Millimeter Niederschlag im Jahr, verteilt auf etwa fünf Tage. Die Halbinsel nebenan ist ein wichtiges Überwinterungsgebiet für Limikolen und Flamingos in Afrika.

Quellen

Fakten geprüft am 26. September 2026

  1. Wikipedia, Taghazout: das Dorf bei Agadir, die Strände mit Entfernung, Anchor Point, Saison von September bis April und das Wasser mit 21 Grad (Stand: 26. September 2026 geprüft)
  2. Wikipedia, Dakhla, Westsahara: die Lagunen und Wassersportarten, Klima der Wüste, 30,8 Millimeter Regen, Sonnenstunden und die Wintervögel (Stand: 26. September 2026 geprüft)
  3. Wikipedia, Oualidia: das Dorf an einer geschützten Atlantiklagune und der bekannte Muschelhandel (Stand: 26. September 2026 geprüft)
  4. Wikipedia, Essaouira: der Passatwind, der an den meisten Nachmittagen weht, und die geringe Temperaturspanne der Monate (Stand: 26. September 2026 geprüft)
  5. Wikipedia, Agadir: der Strand, die monatlichen Maximalwerte und der Kanarenstrom, der das Meer kühl hält (Stand: 26. September 2026 geprüft)

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