Hermanus: der Klippenpfad und die Walsaison

Wie Hermanus funktioniert: die südliche Glattwalsaison, wo man vom Klippenpfad aus beobachtet, Anfahrt von Kapstadt, Walrufer und Walfestival.

4 Min. LesezeitFakten geprüft am 26. September 2026

Kurz gesagt

Hermanus ist eine Stadt an der Südküste des Westkaps, etwa 120 Kilometer von Kapstadt entfernt, bekannt für walbeobachtung vom Land. Südliche Glattwale besuchen die Walker Bay während des südlichen Winters und Frühlings, etwa von Juni bis November, um zu kalben und sich auszuruhen. Der Klippenpfad der Stadt zieht sich etwa zwölf Kilometer entlang der Küste mit Aussichtspunkten. Ursprünglich hieß die Stadt Hermanuspietersfontein, wurde aber 1902 gekürzt, weil der Name für den Postdienst zu lang war.

Hermanus ist eine Stadt mit etwa hunderttausend Einwohnern an der Südküste des Westkaps, anderthalb Stunden von Kapstadt entfernt, und sie hat eine klare Rolle im Tourismus: Die Walker Bay, direkt vor der Stadt, ist der Platz, an dem südliche Glattwale zum Kalben hinkommen. Sie erscheinen etwa ab Juni und bleiben bis ungefähr November. Weil die Bucht nahe der Küste flach und windgeschützt ist, kommen die Wale dicht heran, so nah, dass die Stadt einen Fußweg entlang der Klippen angelegt und ihn zur Attraktion gemacht hat.

Ursprünglich hieß der Ort Hermanuspietersfontein, ein Name, den der Postdienst zu lang fand, sodass er 1902 gekürzt wurde. Die Stadt ist auch als Altersruhesitz bekannt, was ihr ein ruhiges, gepflegtes Flair und ein gutes Angebot an Restaurants, Gästehäusern und Cafés verleiht.

Die Wale und warum sie in die Bucht kommen

Südliche Glattwale verbringen den Sommer im Südpolarmeer mit Fressen und ziehen in den Wintermonaten in wärmere Küstengewässer, wo die Weibchen kalben und die Kälber an Gewicht zulegen, bevor sie die weite Reise nach Süden antreten. Walker Bay ist einer dieser Orte, neben Küstenabschnitten auf beiden Seiten. Das Ergebnis ist ein Schauspiel, das vom Land aus sichtbar ist: Eine Walmutter mit Kalb, rollend, mit Flosse in der Luft und mit der Schwanzflosse klatschend, manchmal nur sechzig Meter von den Felsen entfernt.

Der Höhepunkt der Saison ist im September und Oktober. Außerhalb dieser Zeit ziehen Buckelwale und Brydewale hindurch, und Delfine sind das ganze Jahr über zu sehen, die Bucht ist nie leer, aber das vom Land aus betriebene Whale Watching, das Hermanus berühmt gemacht hat, ist eine Aktivität vor allem im zweiten Halbjahr.

Der Klippenpfad, das eigentliche Highlight

Der Klippenpfad verläuft etwa zwölf Kilometer entlang der Küstenlinie, vom neuen Hafen im Westen bis zur Lagune im Osten. Er ist eben, kostenlos und zu jeder Tageszeit zugänglich. Bänke, Treppen zu Aussichtspunkten und ein Walrufer, der während der Saison auf einem Kelp-Horn bläst, wenn ein Wal gesichtet wird, bilden die Infrastruktur, der Rest ist Fels, Meer und gelegentlich ein Wal.

Wenn Sie nur eine Stunde haben, gehen Sie das zentrale Stück zwischen dem Alten Hafen und Gearings Point, das die meisten Aussichtspunkte und die gute Sichtchance bietet. Mit etwas mehr Zeit empfiehlt sich die ganze Strecke mit Frühstückspause. Und nehmen Sie ein Fernglas mit: Mal sind die Wale ganz nah, mal weit draußen, der Unterschied zwischen einer Wasserfontäne und einem Wal ist ein gutes Paar Gläser.

Whale Watching und der Rest der Küste

Hermanus steht im Mittelpunkt, die Wale schwimmen aber in der ganzen Bucht und an den angrenzenden Küsten. Die Aussichtspunkte bei De Kelders und Gansbaai, zwanzig Minuten östlich, sind ruhiger und mindestens ebenso lohnend. Auch an den Klippen von Betty’s Bay und Rooi-Els im Westen gibt es eigene Wege und Wale. Die beiden Küstenstraßen, R44 und R43, führen durch das ganze Gebiet.

Walbeobachtung vom Boot gibt es, das ist genehmigungspflichtig, und Sie sehen die Tiere aus nächster Nähe und auf Augenhöhe zum Wasser. Wer möglichst dicht dran sein möchte, entscheidet sich dafür, aber: Die Boote müssen Abstand halten, und ein Wal, der neugierig auf einen Klippenpfad reagiert, ignoriert in der Regel ein Motorengeräusch. Das Beobachten vom Land ist der Grund, warum die Stadt einen Walrufer statt einer Bootflotte hat.

Der Südliche Glattwal ist die wichtigste Art: groß, langsam, häufig an der Oberfläche aktiv, hebt die Schwanzflosse, rollt sich, und kommt mit Kalb gelegentlich bis wenige Meter an die Felsen. Dieses Verhalten, nicht die Filmaufnahmen davon, zieht die Besucherinnen und Besucher immer wieder an.

Was es noch in Hermanus gibt

Der Alte Hafen ist heute ein kleines Museum und das historische Zentrum des früheren Fischerdorfs. Grotto und Voëlklip sind die Badestrände, wobei Grotto mit der Blauen Flagge und einem langen Sandbogen punktet. Fernkloof, das Naturschutzgebiet am Berghang hinter der Stadt, bietet Wanderwege durch die Fynbos-Vegetation mit Blick auf die Bucht, eine gute Alternative, falls an windigen Tagen die Wale schwer zu sehen sind.

Und dann gibt es noch das Inlandstal: Hemel-en-Aarde, Himmel und Erde, ist ein kühles Weinanbaugebiet für Pinot Noir und Chardonnay, das Besucher von weither anzieht, mit Verkostungsräumen zwanzig Minuten vom Meer. Das ist ein Grund, Hermanus mit Übernachtung einzuplanen statt nur für den Tag.

Anfahrt und gute Reisezeit

Die Strecke aus Kapstadt beträgt etwa 120 Kilometer. Am schnellsten geht es über die N2 und dann die R43; landschaftlich reizvoller ist die Küstenstraße R44 über Gordon’s Bay, Betty’s Bay, mit Pinguinkolonie am Stony Point, und Kleinmond, was mehr Zeit, aber auch mehr Aussicht bringt. Einen brauchbaren Zug gibt es nicht und einen Versuch ist es auch nicht wert.

Das Walfestival am letzten September-Wochenende füllt seit Jahren die Stadt. Wer dabei sein will, sollte Monate im Voraus buchen. Wer das nicht möchte, meidet das Festivalwochenende besser und kommt werktags: Die Wale wissen nichts vom Festival, und im Oktober ist der Klippenpfad um sieben Uhr morgens leer.

Hermanus ist das einfachste Naturerlebnis in Südafrika: kein Tor, keine Tickets, keine Führung, kein Boot, nur ein Pfad auf der Klippe und Wale in der Bucht darunter. Reisen Sie möglichst zwischen September und Oktober, nehmen Sie ein Fernglas und bleiben Sie über Nacht, damit auch das Tal und der Morgen zur Reise gehören.

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